Testplanung Grabenacker

Für die Siedlung Grabenacker der HGW Heimstätten-Genossenschaft Winterthur besteht erheblicher Erneuerungsbedarf bei der Bausubstanz. Die Siedlung wird als denkmalpflegerisch sehr wertvoll beurteilt und ist zur Aufnahme in das kantonale Inventar der Denkmalschutzobjekte vorgesehen. Im Rahmen des Testplanungsverfahrens entwickeln drei Teams gemeinsam mit der Genossenschaft, Vertretenden der kantonalen Denkmalpflege, der städtischen Verwaltung und den Bewohnenden der Siedlung Entwürfe zur Siedlungserneuerung. Dabei stehen soziale Fragen genauso im Vordergrund wie städtebauliche, aussenräumliche und denkmalpflegerische Aspekte.

Zimraum arbeitet im Team mit Giovanoli Roider Architekten und Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau. Der Entwurf stellt Fragen der erhaltenswerten Aspekte der Siedlung ins Zentrum. Bald stellt sich heraus, dass dabei soziale Apekte wie bescheidener und bezahlbarer Wohnraum, private Gärten, gemeinschaftlich nutzbare Spiel- und Aussenräume genauso wichtig sind wie die städtebaulichen Grundstrukturen der Siedlung.

Das Team entscheidet sich, diejenigen Gebäudereihen zu erhalten, welche den Ansprüchen an die Nutzbarkeit auch heute noch wesentlich gerecht werden und jene Gebäudereihen zu ersetzen, die in Bezug auf die Qualität des «Grabiflairs» optimiert werden können.

Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Transformation des Wohnungsbestands von fast reinen Familienwohnungen hin zu einem wesentlichen Anteil kleineren Wohnungen für Paare und Alleinlebende. Ein zweiter Aspekt ist die Verkleinerung der grossen privaten Gärten – die zur Gründerzeit für die Selbstversorgung dimensioniert wurden – zugunsten einer Vergrösserung der gemeinschaftlich nutzbaren Flächen.

Um den Einfamilienhauscharakter des Wohnraums auch im Geschosswohnungsbau zu erhalten, werden die oberen Geschosse zurückversetzt, so dass sie grosszügige Terrassen erhalten und eine räumliche Distanz zum Nachbar entsteht. Mehr Kraft erhält das Zentrum der Siedlung, wo sich Gemeinschaftsraum und gemeinschaftlich nutzbare Angebote konzentrieren.

Bei den Workshops waren Anwohnerinnen vertreten, so dass die Sicht der Nutzerinnen direkt in die Diskussion eingebunden werden konnte. Aus den Ergebnissen der drei Testplanungsentwürfe hat die Genossenschaft einen Masterplan entworfen.