Testplanung Thurgauerstrasse

Nutzungs- und Prozessorientierter Ansatz

Das Areal Thurgauerstrasse West befindet sich im Stadtteil Leutschenbach der Stadt Zürich. Es ist nahezu vollständig im städtischen Besitz und stellt mit rund 65’000 m² Grundstücksfläche eine der grössten unverbauten Landreserven dar. Mit einer Testplanung möchte die Stadt die Vision eines neuen, lebendigen und gut durchmischten Quartierteils konkretisieren.

Das Team um die Architekten Meier Hug stellt zielgerichtet als Absichtserklärung die Erzeugung einer maximalen sozialen Dichte voran. Gemäss den dargelegten Thesen sollen dazu vor allem eine Extraversion (die Orientierung nach aussen), die kleinräumige Durchmischung von Qualitäten, die örtliche Überlagerung verschiedener Nutzungen, die Herstellung von Akzeptanz
schaffenden Nischen sowie die Möglichkeit zu «eigenen unperfekten Lösungen» beitragen.

Das Team argumentiert von den Nutzungen und Prozessen her: die Nutzungsintensität macht die Stadt. Die Setzungen von klar differenzierten, gebäudebezogenen Nutzungen – etwa im Bereich des Wohnens – sind als Diagramm zu lesen. Sie erlauben die planerische Simulation von Heterogenität auf Quartierebene (während einzelne Gebäude einer oder wenigen Nutzungen gewidmet sein können), sowie eine Abfolge von formalen und minder formalen Orten, die zwischen Nutzungen vermitteln und so Nischen mit verschiedenen Graden an Unbestimmtheit entstehend lassen. Stimmig wird auch die Schule vor dem Hintergrund von Mehrfachnutzungen und also als Quartierzentrum gedacht.

Obwohl die Jury das Ziel, die neue Bebauung stark über den Zugang der Nutzungsvielfalt zu
definieren, als Grundhaltung ausserordentlich schätzt, entscheidet sie sich für ein anderes Konzept. Sie befürchtet, dass die städtebauliche Qualität nicht gewährleistet werden kann.