«Ein Umzug kann befreiend wirken»

NZZ am Sonntag, 1. September 2013

David Strohm. Die Soziologin und Stadtplanerin Joëlle Zimmerli untersucht den Bedarf an Wohnraum. Sie bezeichnet den teuren Platz daheim als Luxus. Damit Entwickler besser geeignete Wohnungen bauen, braucht es andere Anreize.

NZZ am Sonntag: Wohnraum wird mehr und mehr zum Luxusgut. Wie viel Platz braucht der saturierte Mensch?

Joëlle Zimmerli: Rational betrachtet eigentlich nicht viel. Die Nutzungsintensität des eigenen Wohnraums nimmt laufend ab – quer durch alle Generationen. Insbesondere Frauen, Familien und Ältere verbringen heute viele weniger Zeit in den eigenen vier Wänden als früher. Dagegen sind Freizeitaktivitäten wichtiger geworden – Ausgang, Sport, Ferien. Wir leben heute aussenorientiert. Gelten müsste meiner Meinung nach deshalb weiterhin die alte Faustregel: Anzahl Personen pro Haushalt plus ein Zimmer gleich Wohnungsgrösse. Was darüber hinausgeht, ist tatsächlich Luxus.

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