Altersgerechtes Wohnen in Dörfern verschlafen

Neue Zürcher Zeitung, 20. März 2013

Susanna Ellner. Wenn das Einfamilienhaus nicht mehr und das Altersheim noch nicht die passende Wohnform ist, beginnt die Suche nach einer altersgerechten Wohnung. Doch in ländlichen Gebieten sind solche rar. Für die Gemeinden wird dies zunehmend zum Problem.

[…] Zwar hätten die meisten Orte in den letzten Jahren ein Altersleitbild ausgearbeitet, doch dieses beschränke sich auf grobe Leitlinien. «Die Alterspolitik ist auf der kommunalen Ebene angekommen, aber eine systematische Alterswohnpolitik realisieren bis anhin nur wenige Gemeinden», sagt Widmer. Auch im Kanton Zürich gibt es in ländlichen Gebieten mit einer hohen Einfamilienhausdichte kaum geeignete alternative Wohnformen für Menschen, die im Alter zwischen 60 und 80 sind. «Manchenorts gibt es durchaus speziell ausgestattete Wohnungen für gebrechliche Menschen, eben sogenannte Alterswohnungen, doch von diesem Angebot fühlt sich die rüstige Generation der Babyboomer kaum angesprochen», sagt die Soziologin Joëlle Zimmerli. Sie erforscht die Folgen demografischer Veränderungen auf die Entwicklung der Gemeinden und hat herausgefunden, dass bei Wohnprojekten oft zu wenig im Voraus überlegt wird, an welches Alterssegment sie sich eigentlich richten sollen.

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