Baut die Stadt an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei?

Tages-Anzeiger, 14. Dezember 2011

Tina Fassbind. Der Stadtrat will die Verdichtung in Zürich weiter vorantreiben – allerdings nicht in jenen Zonen, wo der Wunsch nach Dichte bei den Anwohnern am grössten ist.

[…] In ihrer Publikation «Räumliche Entwicklungsstrategie» hat die Stadt Zürich allerdings schon im März 2010 einen Verdichtungsplan veröffentlicht. Darin ist ersichtlich, wo die Verdichtung gegenüber der BZO erhöht oder verringert werden soll. Eine aktuelle Umfrage bei der Stadtbevölkerung (siehe Box) zeigt jedoch, dass just in jenen Gebieten der Wunsch nach mehr Dichte am höchsten ist, wo die Teilrevision eine Reduktion vorsieht. Das ist insbesondere in der Innenstadt der Fall, aber auch im Enge-Quartier in den Kreisen 4 und 5, in Wipkingen und Tiefenbrunnen ist die Toleranz gross.

Umgekehrt steht man in den Randzonen der Stadt, wo die meisten Ausnützungsreserven vorhanden sind und am meisten verdichtet werden soll, Veränderungen skeptisch gegenüber. Gemäss Studienresultaten leben hier vor allem jene, die das Überschaubare und Beständige suchen. Hier entwickle sich das dörfliche Leben von morgen, heisst es weiter. Veränderungen würden nur akzeptiert, wenn sie das Quartierleben erhalten und das vertraute «Dorfbild» nicht gefährden.

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