Wie Opfikon die befürchtete Ghettobildung verhindern konnte

Neue Zürcher Zeitung, 15. Juli 2018

Während Deutschschweizer Gemeinden in den letzten Jahren überdurchschnittlich gealtert sind, sticht Opfikon als jüngste Gemeinde diesseits des Röstigrabens aus der Statistik heraus. Was auf den ersten Blick nach einem Sonderfall aussieht, ist auf den zweiten nur bedingt einer. Gian Andrea Marti, 15.7.2018

[…] Die genannten Gründe mögen Opfikon zwar überdurchschnittlich attraktiv für junge Menschen gemacht haben. Als Sonderfall kann die Gemeinde aber dennoch nicht bezeichnet werden, wie ein Vergleich mit anderen Städten der Zürcher Agglomeration zeigt. So reiht sich Opfikon typischerweise in die Vororte der Stadt Zürich wie Dietikon und Schlieren ein, die mit einem Medianalter von 37 Jahren ebenfalls deutlich jünger geblieben sind als andere Deutschschweizer Gemeinden. Auch die Städte Zürich und Winterthur sind mit einem Medianalter von 38 Jahren vergleichsweise jung. Gemäss Joëlle Zimmerli vom sozialwissenschaftlichen Planungsbüro Zimraum sind solche jungen Städte für unsere Zeit zwar neu, europaweit aber ein typisch zu beobachtendes Phänomen. Der Grund dafür ist gemäss Zimmerli simpel: «Es ist auf das Wachstum der Städte in den letzten zehn bis zwanzig Jahren zurückzuführen.»

Dies habe auch mit dem Grad der Erschliessung zu tun. Generell könne festgestellt werden, dass der Anteil junger Gemeinden abnehme, je schlechter die Region, in der sie lägen, verkehrstechnisch erschlossen sei. «In ländlich geprägten Regionen ist etwa nur noch jede sechste Gemeinde jünger als der Durchschnitt», so Zimmerli. «Bei den mässig angebundenen Wohnlagen ist es jede vierte, bei den gut angebundenen S-Bahn-Gemeinden jede dritte und in den Vororten jede zweite Gemeinde.»
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