Wolkenheim

LUKB Tresor, März 2018

Auch in der Innerschweiz streben immer mehr Wohnhäuser himmelwärts. Ein Gespräch hoch über der Luzerner Allmend mit der Soziologin und Planerin FSU Joëlle Zimmerli zum aktuellen Hochhaus-Boom, der auch die Zentralschweiz erfasst hat.

Alfred Preisig

Wir sitzen hier auf mitgebrachten Hockern im 23. Stock des kleineren der beiden Wohntürme der Siedlung Hochzwei – mit 77 und 88 Metern die gegenwärtig höchsten Gebäude der Zentralschweiz.
Die unmöblierte 3.5-Zimmer-Wohnung ist bereits wieder reserviert. Was sagen Sie zu diesem Wolkenheim?

Ich persönlich ziehe Hochhäuser im Stadtinnern vor. Dies ist ein typisches Mantelnutzungs-
Hochhaus. Die beiden Hochhäuser dienten zur Finanzierung des Stadions. Denn ein Stadion kostet sehr viel Geld – im Bau wie im Unterhalt. Das Hochzwei-Projekt ist ein Vorbild für andere Schweizer Städte: In Zürich wird das Hardturmstadion ebenfalls mit zwei Wohn- und Geschäftstürmen gebaut; in Aarau sollen gar vier Wohntürme mit 600 Wohnungen das neue Stadion finanzieren.

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