Studie «Akzeptanz städtischer Dichte»

Erwartungen und Prioritäten zum Wohnen in der Stadt Zürich

Die dritte Studie zur «Akzeptanz städtischer Dichte» zeigt: Die bauliche Verdichtung wird in erster Linie in der Stadt und innerhalb der Stadt an zentralen Lagen akzeptiert und sogar erwünscht. Die repräsentative Befragung von über 1’072 Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Zürich, die im Sommer 2015 zum dritten Mal durchgeführt wurde, bietet einen Einblick in die Akzeptanz städtischer Dichte. Die selbstfinanzierte Forschungsarbeit wird auf Eigeninitiative des Büros Zimraum durchgeführt. Zum ersten Mal wurden auch 303 Personen aus Bülach sowie 352 Personen aus den ländlichen Gemeinden Niederhasli, Oberglatt und Niederglatt befragt. Diese «Kontrollgruppen» ermöglichen Aussagen zur Akzeptanz sozialer und baulicher Dichte jenseits der Stadtgrenzen.

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«Die dritte Befragung zur Akzeptanz städtischer Dichte zeigt, dass die Offenheit für bauliche Veränderungen, soziale Dichte und Durchmischung von der «städtischen Identität» geprägt wird: einem Bekenntnis zur Stadt als Lebensraum für unterschiedlichste Bedürfnisse, die nebeneinander Platz haben. Überzeugte Städter, die zentrale Wohnlagen suchen, schätzen Vielfalt und Veränderung und akzeptieren, dass mehr Dichte Teil und Bedingung eines urbanen Lebensstils ist. Städte wie Zürich sind aber nicht nur Wohn- und Lebensraum für überzeugte Städter. Auf städtischem Gebiet leben auch Menschen, die solche urbanen Eigenschaften zwar schätzen, aber nicht vor der Wohnungstür suchen. In grün geprägten, ruhigen Wohnquartieren erwarten sie, was ihnen aus ihrer Kindheit vertraut ist oder sie im Erwachsenenleben schätzen gelernt haben: ein unaufgeregtes Umfeld mit vielen Grünräumen und Menschen, die einen ähnlichen Lebensstil pflegen. Sie reagieren verhalten auf Veränderungen und fürchten den Verlust von Freiraum.

Die Befragung zeigt auch, dass die städtische Bevölkerung unabhängig von ihren Präferenzen erwartet, dass bauliche Veränderungen in ihrem unmittelbaren Umfeld mehr Wohnraum, eine grössere Angebotsvielfalt und mehr Quartierleben ermöglichen, und dass neu geschaffener Wohnraum ihren Wohn- und Flächenansprüchen gerecht wird. Letztlich zeigt die Befragung, dass die Akzeptanz von Veränderungen im unmittelbaren Wohnumfeld nicht an der architektonischen oder städtebaulichen Gestaltung, sondern an Mobilitätsfragen hängt.

Zusammenfassend geht es in der Haltung zur baulichen Verdichtung nicht nur um Quantität, sondern auch um Lokalität, also darum, wo wie viel Verdichtung toleriert, akzeptiert und gewünscht wird. Es geht weiter um Qualität, also um die Angebote und Spielräume, die von unterschiedlichen Einwohnertypen in unterschiedlichen Wohnumfeldern geschätzt werden. Und es geht um Aushandlungen und Kompromisse: Mobilitäts-, Nutzungs-, Freiraum- und städtebauliche Fragen müssen zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengefügt werden, das zum Ort und zu den Menschen, die ihn prägen, passt.»

(Ausschnitt aus dem Schlusskapitel)