Living Apart Together

Immobilia, August 2014

Joëlle Zimmerli. Während die Zahl der Einpersonenhaushalte in der jungen Generation abnimmt, nimmt sie in der geburtenstarken Generation der Babyboomer zu. Reagiert der Wohnungsmarkt zu spät auf diese Entwicklung, führen die Folgen zu hohen Anpassungskosten.

««Living Apart Together» liegt im Bedeutungsverlust der lebenslangen Ehe. In der Generation der Babyboomer sind bereits mehr als doppelt so viele Ehen geschieden als in der Generation ihrer Eltern. Genauso verbreitet wie die Trennung sind neue Beziehungen im Alter. Während eine
Trennung aber immer zur Wohnungssuche bei mindestens einem Partner führt, ziehen neue Paare nicht immer zusammen. So verzichten Verwitwete und ihre neuen Partner gemäss der Wohnbefragung meist auf einen gemeinsamen Haushalt. Anders die Ledigen und Geschiedenen, von denen rund die Hälfte als «Living Apart Together» wohnt und die andere Hälfte zusammenzieht.

Ziehen ältere Personen um, sucht ein substanzieller Teil also eine Wohnung, die genauso alleine genutzt und finanziert werden kann als auch Platz für zwei auf Zeit bietet. Der Trend zum Nicht-Zusammenziehen verstärkt sich, je unsicherer die Stabilität der neuen Beziehung und je grösser der Druck auf den Wohnungsmarkt ist.»

Auszug aus dem Artikel, Seite 27